Was steckt hinter professionellen Produktfotos und warum sind sie so wichtig?

Produktfotos von Fotograf Octavian Horn

Warum professionelle Produktfotos so wichtig sind und was dahinter steckt erklähre ich Euch in diesem Artikel.

Ihr habt Euch bestimmt schon gefragt warum diese meist teurer sind als übliche Portrait- und Hochzeitsfotos beim Fotografen. Es beginnt schon bei der Technik und dem Set Aufbau für Produktfotografie und reicht weit in die digitale Bildbearbeitung bis hin zum freistellen von Produkten. Es gibt auch Gerüchte, die besagen, dass manche Laien, ihr Smartphone benutzen um schöne Bilder zu schiessen. Bei einer Landschaftsaufnahme mag das zutreffen, vor allem wenn das Bild nur im Internet genutzt und veröffentlicht wird. Spätestens beim Drucken werden Sie ihr blaues Wunder erleben. Dieses Verhalten nennt sich auch die Pixel-Falle. Ein Smartphone-Chip mit 12MP wird keine bessere Aufnahmen erreichen, als z.B. mit einer älteren 8MP DSLR. Die Megapixel sagen lediglich was über die Bildgröße aus, mehr nicht. Viel hilft halt nicht immer, sagt man so schön.

Beispiele wie Produktfotos nicht aussehen sollten:

Auch ein nicht gelungenes Produktfoto, da eine ganze Reihe fotografiert

Bild 1: Reihe T-Shirts – wie sie nicht fotografiert werden sollten

Nicht gelungene Produktaufnahme

Bild 2: Ein weiteres Exemplar eines nicht gelungenen Produktfotos

Dieses Produktfoto ist dunkel und nicht vorteilhaft fotografiert

Bild 3: Beispiel Produktfotografie – So sollte ein Kleid möglichst nicht fotografiert werden

Fangen wir mit Bild 1 an: Wer wirklich T-Shirts fotografieren möchte, muss dies anders angehen.

Regel Nr. 1: passendes Model finden

Um die beste Qualilität zu garantieren, sollte ein Model engagiert werden, die die gewünschten T-Shirts auf den Bildern trägt. Eine Alternative dazu wäre, die T-Shirts auf einer Puppe zu fotografieren, jedoch nimmt dadurch schon die Qualität ab.

Regel Nr. 2: Produkte aufbereiten: T-Shirts bügeln

Jedes Produkt sollte vor der Aufnahme aufbereitet werden, das kann bügeln, das Entfernen von Fusseln mit einer Bürste etc. sein.

Regel Nr. 3: Von jedem T-Shirt ein Produktfoto schiessen (bei gleichem Muster in unterschiedlichen Farben, Produkt freistellen und in die Farbe einfärben).

Pro Artikel sollte mindestens ein Produktfoto angefertigt werden. Je mehr desto besser! Versetzt Euch in die Lage des Kunden. Bei aufwendigeren und vor allem technischen Produkten sind drei Bilder oder mehr üblich.

Weiter mit Bild 2 – Lautsprecher oder Sensor

Hier sind gleich mehrere Fehler zu sehen. Der Hintergrund worauf das Produkt fotografiert wurde ist nicht geeignet für Produktfotografie. Tipp: Papierrolle oder Karton als Hintergrund benutzen! Sichtbar wurde ein Blitz benutzt, wahrscheinlich der integrierte, was man an der Reflexion gut erkennen kann. Tipp: Zwei Blitze benutzen (Bsp. links und rechts). Technischer Fehler der mit Bildbearbeitung korrigiert werden kann ist die Helligkeit des Bildes. Auch unvorteilhaft ist hier die Ansicht. Etwas mehr auf Augenhöhe kann das Produkt spannender machen. Fazit: Betrachtet man die oberen drei Bilder haben die Fotografen eigentlich alles falsch gemacht, was man bei Produktfotos machen kann.

Bild 3: Rückansicht eines Kleides oder Mantels

Auch hier ist leider vom „Fotografen“ viel falsch gemacht worden. Eine gewisse Distanz zum Hintergrund ist bei Produktfotos die Regel. Die beste Lösung ist eine Hohlkelle, die in Studios zu finden sind. Dadurch erhält das Bild die nötige Unschärfe im Velauf (Schärfe – Unschärfe Verlagerung). Mit dieser Technik kann fast schon freistellen, vorausgesetzt das Licht wurde richtig gesetzt. Die Hintergrundfarben weiß, grau und schwarz sind dabei die häufigsten. Tipp: Hohlkelle bauen und Lichtformer (Softboxen, Schirme oder ein Fotozelt) einsetzen.

Produktfotografie: So wird´s richtig gemacht!

Hier eine Sammlung Produktfotografien, wie sie richtig gemacht werden vom Profi:

Collage aus professionellen Produktfotos vom Profi

Bild 4: Fotograf Octavian Horn – Sammlung Produktfotografie

Weitere Tipps zum Nachlesen:

Mit dieser Thematik beschäftigt sich auch der Kölner Meisterfotograf Eberhard Schuy in seinem eBook. Hier können Sie das e-Book zur Produktfotografie kostenlos herunterladen.

Für mehr Informationen kann ich Euch folgende Artikel empfehlen:  Schritt für Schritt Anleitung zur Produktfotografie und Produktfotos für Kataloge und Printmedien.

Fazit:

Ein Profi lohnt sich also wirklich, wie die Bilder hier zeigen. Angefangen bei der Foto-Ausrüstung, die verwendet wurde, dem Set Aufbau, bis hin zur Bildbearbeitung sieht man einen deutlichen Unterschied. Produktfotos sollen vor allem eines, verkaufen! Das geht nur mit ansprechenden und hochauflösenden Fotos.

Preise und Honorare für Fotografen in Deutschland 2012

Zeichen und Mal-Utensilien

Sehr geehrte Leser und Kollegen,

immer häufiger kommt es vor, dass Kunden und Interessenten die Arbeit und den Wert des Fotografen unterschätzen. Natürlich hat jede Dienstleistung ihren Preis und wir Fotografen müssen auch von etwas leben. Ich stehe in Kontakt mit anderen Fotografen, Bild- und Werbeagenturen und möchte daher dem Laien einige Preisbeispiele vorstellen und die Konkurrenz dazu aufrufen den Preis zu halten um den Markt für Berufsfotografen aufrecht zu erhalten.

Vorweg sollte man zwischen Amateur-, Hobby- und Berufsfotografen unterscheiden.

1. Die Amateur- und Hobbyfotografen
Jeder von uns hat irgendwann mal angefangen, das ist selbstverständlich, daher keine Abwertung an diese Gruppe. In der Regel schon im Besitz einer Digitalen Spiegelreflexkamera, meistens einem Allrounder-Objektiv und evtl. noch einem externen Blitz. Ich schätze die komplette Foto-Ausrüstung auf ca. 1000 Euro. Die Kategorisierung liegt hierbei im „consumer“ bis Anfang „semi-professioneller“ Bereich. Ausnahmen bestätigen die Regel!

1.1. Die Kosten und Aufwendungen
Diese ambitionierten Fotografen betreiben die Fotografie meist als Freizeit- oder Nebenbeschäftigung, d.h. Sie müssen nicht davon leben. Mit ihrer Ausrüstung fotografieren diese Jahre lang, denn Sie haben nicht denselben Verschleiß wie Berufsfotografen und somit im Vergleich, auch geringere Kosten. Die Miete für ein Studio entfällt, was schon ein gewaltiger Kostenfaktor ist (Miete+Nebenkosten+Versicherungen, etc.) Sozial abgesichert sind Sie in ihrem Hauptjob, d.h.  keine Extrakosten. Die Materialkosten sind sehr gering und werden aus dem Hobby-Etat bezahlt.

1.2. Der Qualitätsstandard
In diesem Punkt streiten sich oft die Gemüter, als Berufsfotograf weiß ich allerdings wovon ich spreche. Langjährige Erfahrung und Praxis können nicht durch ein paar Shootings ersetzt werden. Gute Bilder sind auch im Hobbybereich möglich, keine Frage, professionell aber die Seltenheit. Es reicht einfach nicht aus auf den Auslöser zu drücken! Später mehr dazu…

1.3. Der Preis
Der Stundenlohn bzw. der Projektpreis ist meist pauschal, schliesslich fließt alles in die Kaffeetasse. Es kommt leider viel zu oft vor, häufig in der Hochzeitsfotografie, das sich manche Kollegen für 80 Euro am Tag (das meine ich ernst, siehe MyHammer) anbieten und hin- und wieder sogar eine Hochzeit abstauben. Mal ehrlich, was kann man für diesen Preis erwarten? Viele Bilder, okay! Professionelle Bilder wage ich zu bezweifeln…

Nun zu den Profi-Fotografen
2. Berufsfotografen (Autodidakten, Gelernte, Studierte)
Diese Gruppe arbeitet Full-Time und hat einige Jahre bis Jahrzehnte Berufserfahrung auf dem Kerbholz. Unternehmerische Fähigkeiten gehören genauso zum Beruf wie professionelles Foto-Equipment und Skills in der Bildbearbeitung, Fotomontage, Retusche.

2.1. Die Kosten und Aufwendungen
Als Berufsfotograf benötigt man folgendes Foto-Equipment:
– Ein bis zwei professionelle DSLR (Kosten ca. 2 000 – 5 000 Euro)
– Mehrere Objektive (Kosten ca. 2 000 – 6 000 Euro)
– Blitzanlage oder mind. 2 externe Blitze (Kosten ca. 1 000 – 3 000 Euro)
– Akkus, Strom, Filter, sonstiges Zubehör (Kosten ca. 500 Euro)
– Guter PC / Mac für eine schnelle Bearbeitung (Kosten ca. 1 000 – 3 000 Euro)
– Diverse Bildbearbeitungssoftware

  • Studio (Miete + Nebenkosten + Versicherungen)
  • Assistenz, Visagisten

Alles in einem kommt man auf einen guten Kleinwagen (neu vom Werk). Dazu kommen Leben- und Lebenserhaltungskosten dazu, wie z.B. Miete, Absicherung, Verpflegung, Auto, etc.

2.2. Der Qualitätsstandard
Der Berufsfotograf hat natürlich ganz andere Qualitätsansprüche an sich, die er an seine Kunden weitergibt. Umgekehrt erwarten die Kunden eine ganz andere Qualität als vom Amateur- oder Hobbyfotografen. Hier reicht einfaches „knippsen“ nicht mehr aus. Kenntnisse in Photoshop u.ä. Programmen sind daher, genauso wie Bildoptimierung für Print und Web, Pflicht! Ganz besonders in der Produkt- und Werbefotografie hat man hier als Amateurfotograf das Nachsehen.

2.3. Der Preis
Ein Stundenlohn zwischen 150 – 200 Euro (oder mehr) ist für Berufsfotografen selbstverständlich und völlig gerechtfertigt. Bei Inanspruchnahme von mehreren Stunden kann aus Kulanz ein Rabatt gewährt werden, genauso bei Hochzeitsreportagen. Die anschliessende Bildbearbeitung muss ebenfalls in Rechnung gestellt werden, denn wir machen das ja schliesslich nicht aus Spass. Da darf man sich bei einem 1-stündigen-Shooting nicht über 150 Euro wundern. Das ist schon ein Schnäppchen! Dazu kommen Anfahrt und Spesen, weil Berufsfotografen sehr oft bundesweite oder internationale Einsätze haben.

Meine Leistungen und Preise für Fotografie finden Sie auf meiner Homepage. Für Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.
Ich weise ausserdem darauf hin, dass ich keinesfalls jemanden schlecht reden will oder allgemeine Regeln aufstelle. Wir Fotografen werden nur leider zu oft mit dem Kostenfaktor konfrontiert, daher mein Aufruf an meine Kollegen: Haltet die Preise stabil! Ich persönlich verzichte lieber auf einen Auftrag, bevor ich mich unter Wert verkaufe.

2.4. Der Honorarrechner
Wenn Sie wissen möchten, wie Sie den Stunden- bzw. Tagessatz als Fotograf berechnen, hilft Ihnen der Honorarrechner Fotografie weiter. So haben Sie Ihre Ausgaben / Kosten und den Gewinn auf einem Blick.

Was Sie noch wissen sollten!

3. Bild- und Nutzungsrechte

Immer öfter werde ich gefragt, wie das mit den Nutzungsrechten bei Bildern sei. Nun ein Patentrezept bzw. Pauschale gibt es nicht. Hier muss man ganz klar unterscheiden zwischen privat und gewerblicher Kunde sowie der weiteren Verwendung. Was man sich als Fotograf auf jeden Fall sichern sollte, sind die eigenen Verwertungsrechte für die Vermarktung und Werbung.  Auch sollte geregelt werden, dass der Verkauf nur mit Zustimmung beider Parteien erfolgt. Im Fachjargon spricht man von Bildlizenzen, die begrenzt oder auf Dauer vom Fotograf erteilt werden. Diese wird man nicht gerade von Brautpaaren oder Eltern einfordern bzw. in Rechnung stellen, sondern den kommerziellen Kunden. Je nach Weiterverwendung kann man hier einen Deal erzielen, wenn klar ist wofür die Bilder, meist Produkt- und Werbefotos genutzt werden. Einen Faktor dafür gibt es meines Wissens nicht. Unterschieden wird jedoch zwischen einer jährlicher Lizenz, die Jahr für Jahr erneuert werden muss (durch Lizenzkauf) und einer Pauschale auf Lebenszeit.

Weitere interessante Links zum Thema: Octavian Horn, Fotograf aus Köln, Produktfotograf für Kataloge und Shops, Fotografie lernen einfach gemacht

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Octavian Horn

Nachtrag

Seit 2012 sind doch ein paar Jahre vergangen. Was sich geändert hat und wie die momentane Situation aussieht, lesen Sie hier.

Im digitalen Zeitalter der Fotografie

Pinguine

Professionelle Fotografie wird heutzutage von vielen angeboten, doch vertrauen Sie nicht dem Erstbesten. Ich will hier keinen schlecht reden, im Gegenteil. Die digitale Fotografie hat uns viele Vorteile gebracht und uns einige Arbeit mit dem Entwickeln, dem Warten usw. abgenommen.

Fotokurse und Workshops für Fotografie und Bildbearbeitung

Fotografie lernen mit dem Fotokurs in Köln

Leider kommen oft die Vergleiche von Möchtegern-Amateuren. Die Meinung, dass eine Kamera mit viel Megapixel, die Bessere ist, muss ich widersprechen. Das ist schlichtweg falsch – nicht grundlos kosten professionelle Kameras viel Geld. An eine Spiegelreflex, ganz gleich ob consumer, semi- oder professionell) kommt eine Digitalkamera niemals ran. Die Objektive sind mit das Entscheidende über die Qualität der Fotos, dazu der Chip (mittlerweile CMOS als Standard).

Ich werde oft gefragt, wieviel MP meine Kamera hat. Auf meine Antwort kommt oft ein Schmunzeln mit dem Argument, sie hätten fast das Doppelte. Und? Die kleinen Optiken aus Digitalkameras mal mit einem richtigen Objektiv verglichen? Wenn ich den Preis eines Objektivs nenne, ernte ich oft verständnislose Blicke.

Jetzt zu meinem eigentlichen Beitrag: Was bringt uns die digitale Fotografie?

  • Nun wie schon angemerkt, erspart Sie uns Zeit (und Geld). Doch dafür bringt Sie uns mehr Konkurrenz. Dazu ein Rechenbeispiel: bei 1000 Aufnahmen steigt die Chance auf ein Schnappschuss enorm (im Vergleich wären das 27 Filme im analogen Modus).
  • Die Lernphase geht im digitalen Bereich viel schneller voran (leider bleibt dabei das technische Wissen oft auf der Strecke).

  • Die anschliessende Bildbearbeitung wird uns erleichtert sowie die weitere Verwendung und Vervielfältigung, weil man mit Dateien besser arbeiten kann als mit Negativen.

Im Großen und Ganzen ist das digitale Zeitalter doch sehr willkommen, das Gefühl beim Auslösen wird sie jedoch nicht ersetzen können. Wer den Sound von analogen Verschlüssen kennt, weiss was ich meine. Umso mehr Vorteile bringen uns die heutigen Speichermedien, wie SD und CF Karten, die mittlerweile so groß sind, dass manche diesen Speicher noch in ihrem Rechner/Laptop vermissen.

Wenn Ihr nach professioneller Fotografie sucht, dann besucht doch meine Webseite – Euer Fotograf in Köln und Umgebung

Update 2016

Geglaubte Konkurrenz kommt aus dem Bereich der Smartphones. Hersteller versprechen dabei, perfekte Bilder, selbst bei wenig Licht. Instagram hat sich genau auf solche Schnappschüsse spezialisiert. Somit kann sich jeder als Fotograf betiteln, wobei das Anwenden eines Filters noch lange keinen Profi ausmacht. Dennoch schwören die Menschen auf ihre 12 Megapixel Kamera aus dem Smartphone. Mit einer digitalen Spiegelreflexkamera können diese Fabrikate bei weitem nicht mithalten. Wäre auch kurios wenn dies der Fall wäre und wir Fotografen wären damit arbeitslos.

Fazit:

Die Technik entwickelt sich stetig weiter und wir können gespannt auf die Zukunft sein. Die Digitalfotografie und dessen Vorteile überwiegt und siegt zur Zeit. Was wird uns wohl noch erwarten? Roboter, die Fotos von uns machen?