Auf der Suche nach Glück – Ithaka, Griechenland – Teil 3

Vor dem Eingang zur Hütte befand sich die Werkstatt

Alle guten Dinge sind Drei – in diesem Artikel geht es um die Renovierung der mir zur Verfügung gestellten Hütte in Sarakiniko, Ithaka. Die einzige Info, die ich in Deutschland über den Zustand der Hütte bekam, war dass das Dach dicht und der Rest reparaturbedürftig sei. Hmm, dachte ich mir, so schlimm kann das nicht sein. Da ich Erfahrung auf dem Bau hatte, hab ich meine Werkzeugkiste eingepackt (natürlich nur mit dem nötigsten, jedoch ohne Akkuschrauber) und mich tierisch auf handwerkliche Arbeit gefreut. Als ich endlich an der Hütte von Horst ankam, erwartete mich jedoch eine Überraschung.

Zustand vor der Renovierung:

Die Hütte wurde seit mehr als vier Jahren überhaupt nicht mehr bewohnt. Der Eigentümer und Architekt dieses Etablisements ist schon vor 15 Jahren wieder zurück nach Deutschland. Die Natur schaut nicht tatenlos zu, sondern nimmt sich alles unter die Fittiche. Bewohnt wurde das Haus in Abwesenheit jedoch von verschiedenen Tieren wie: Ratten, Mader, Termiten, Schlangen, Echsen etc. Die Aussenwand aus Holz hat am meisten darunter gelitten. Die Sonne macht aus Holz früher oder später Staub.

Ein Plan musste her

Da ich auf keinen Fall im Inneren wohnen wollte, baute ich zuerst mein Zelt auf, das noch neu verpackt war. Hier habe ich mich für ein tolles 2-3 Personen Zelt von Salewa (Meine Empehlung auf www.dein-klettershop.de) entschieden. Der Zeltboden wurde zusätzlich durch eine Aluminium-Matte geschützt. Eine aufblasbare Isomatte und ein super Schlafsack von Vaude waren Luxus für einen erholsamen Schlaf unter den Sternen. Nachdem mein Schlafplatz aufgebaut und die erste Nacht im Zelt hinter mir lag, musste ein Plan für die Renovierung her. Ich hatte ja Zeit und Lust die Hütte wieder bewohnbar zu machen.

Alles muss raus!

Das wichtigste war es einen Überblick zu schaffen. Da das meiste nicht mehr zu gebrauchen war, hatte ich kein schlechtes Gewissen den Müll zu entsorgen. Dafür musste ich lediglich die Schubkarre fit machen (aus drei mach eins) und Stück für Stück den Müll zur Tonne fahren. Als ich etwas Freiraum geschaffen hatte, kam der Gasherd dran. In diesem haben sich die Ratten ihr Nest gebaut, also musste ich den Herd in alle Einzelteile zerlegen und diese gründlichst reinigen. Nach ein paar Tagen war ich damit fertig, was mir das Kochen wesentlich erleichterte. Mit Gas kochen geht super schnell und macht auch riesig viel Spaß. Eine Füllung der Gasflasche kostete lediglich 18 Euro, damit kam ich über drei Monate aus und die Flasche ist immer noch halb voll. Günstiger und effektiver kochen kann man wirklich nicht.

Gasherd diente als Rattennest und musste komplett zerlegt werden

Die Zerlegung des Gasherds

Daraufhin widmete ich mich dem Keller! Dort haben die Ratten beste Arbeit geleistet, denn der war randvoll mit allem möglichen Zeug. Weitere Gasflaschen, Reifen, tonnenweise Müll und Papiere wurden Stück für Stück zur Mülltonne gefahren. Als der Keller endlich leer war, sah ich erst den wirklichen Zustand des Fundamentes. Rattenlöcher ohne Ende und kein Ende in Sicht. Ich arbeitete von 8 bis 22 Uhr und entdeckte immer mehr Dinge, die repariert, ausgetauscht oder erneuert werden mussten. Eines Tages beschloss ich dann die Arbeiten einzustellen und etwas Urlaub zu genießen. Meine Kraftreserven und Nerven lagen blank und ich fragte mich wie lange diese Renovierung wohl noch dauert. Also ging ich angeln!

Ich versuchte alles, jedoch ohne Erfolg. Das einzige was ich eingefangen habe, war ein Sonnenbrand. Doch der konnte mich von angeln nicht abhalten, ich suchte die nächsten Tage nach weiteren Angelplätze und versuchte alle möglichen Köder und die besten Angelzeiten. Als ich meinen Frust meinem Nachbar erzählte, ging er mit mir ans Meer, kratzte ein paar Muscheln von den Steinen, warf die Angel und keine Minute später hatten wir einen Fisch. Einen sehr kleinen Fisch muss man dazu sagen. Giorgios meinte, die Größe sei okay, man bräuchte lediglich ein paar davon um eine Mahlzeit zu haben. Wirklich gefangen haben wir ausser diesem unglücklichen jedoch nichts. Das Erfolgsrezept sei das Angeln vom Boot, sagte man mir. Aber damit kamen auch andere Gefahren in Sicht und zwar die Strömung, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Ein Boot hatte ich schliesslich organisiert aber damit nicht genug, ohne Aussenborder sollte man nicht aufs Meer. Hier hatte ich dann schon wieder genug vom Wenn und Aber.

Renovierarbeiten im Inneren

Nachdem ich alle Rattenlöcher im Keller zementiert hatte, konnte ich alles unwichtiges Zeug gut darin verstauen. Es folgte die Zerlegung der Sitzbank, die knapp über dem Keller angebracht war. Die L-Form war aus Holz gebaut und ich musste alle Latten abnehmen um auch hier weiter fleißig Löcher zu stopfen. Endlich sah ich wieder Sinn in meiner Arbeit und machte mich fleißig ans Werk. Die Arbeiten habe ich lediglich zum Einkaufen pausiert, das Wetter war anfangs noch regnerisch, was einen nicht unbedingt zum Entspannen am Strand eingeladen hat. Als ich auch damit fertig war, widmete ich mich dem Holztisch, schliesslich will man auch entspannt essen können. Es folgte der Schlafplatz im Inneren, direkt über dem Holzofen, der natürlich auch in Schuss gebracht wurde. Geheizt wurde mit Holz, davon gab es reichlich. Lediglich die Brandgefahr galt es auszuschliessen. Es wäre nicht die erste Hütte, die abgebrannt wäre.

Um richtig kochen zu können musste die Arbeitsplatte ab, dort entdeckte ich meine größte Herausforderung. Die netten Termiten von nebenan hatten den Fensterrahmen komplett zerfressen und nicht nur das. Die trangeden Balken wurden auch schon kräftig angenagt, was natürlich die Stabilität der Hütte stark beeinträchtigte. Also musste ich die Balken mit jeweils einem weiteren Holzbalken stützen. Schöner wäre es gewesen, die alten Balken durch neue zu ersetzen, jedoch machte ich mir bezüglich der Statik sorgen und habe letzendlich darauf verzichtet.

Zwischenstand der Renovierung

Zeit für Urlaub auf Sarakiniko, Griechenland

Nach zwei Monaten Urlaub kam auch der Frühling durch und die Temperaturen konnten nicht besser sein, also beschloss ich eine Woche Urlaub zu machen und Kraft zu tanken. Meine Kamera kam auch wieder zum Einsatz, jedoch nicht zur Reportage, sondern für Landschaftsaufnahmen der Umgebung. Spätestens als ich alleine am Strand war, menschenleer, mit Blick aufs Meer, wusste ich, dass ich das nicht mit Beton, Straßenverkehr, Lärm und Stress eintauschen würde. Lediglich die Familie und meine Freunden fehlten mir und damit war das Paradies nicht so, wie es hätte sein können. Doch was kann man tun? Familie und alle meine Freunde dazu überreden, nach Griechenland zu kommen, schien mir utopisch.  Also fing ich an ein paar Urlaubsbilder schiessen bevor es weiter an die Arbeit geht.

Renovierung Teil 2

Mit neuer Kraft und Elan konnte ich mit der Renovierung weiter machen. Im Inneren herrschte immer noch ein Chaos, das mir keine Ruhe gelassen hat. Nun musste das Fenster daran glauben, also altes Teil raus, gleichzeitig die neuen Balken angebracht, die die Statik wesentlich verbesserten und das neue Model einsetzen. Hier hatte ich mich gewaltig vermessen und ich hatte noch viel zu viel Luft bzw. das neue Fenstermodell war schmaler als das Originale. Es folgten ein paar unschöne Veränderungen, die letzendlich dazu beigetragen haben, dass die kippbaren Elemente verbaut werden konnten.

Zeit für ein bisschen Kunst(fotografie)

Einen großen Teil der Arbeit hatte ich erledigt, es war Zeit für eine Pause, die am liebsten mit meinem Hobby, der Fotografie verbringe. Als Motive diente mir die Umgebung, marodes und was sonst noch vor meiner Linse kam.

Schnitzen statt Meditieren

Meditieren habe ich einige Male versucht, kam jedoch nicht auf einen grünen Zweig. Eine gute Alternative fand ich im Schnitzen von Pfeil und Bogen. Nach drei oder vier Versuchen habe ich das allerdings aufgrund von Materialbeschaffenheit ad acta gelegt. Das Holz des Olivenbaums ist einfach zu weich um einen stabilen Bogen zu bauen. Ein anderes Holz gibt es auf Ithaka leider nicht.

Der Versuch der Selbstversorgung

Geplant bzw. gewollt war es mich selber zu versorgen. Ich dachte, da ich umgeben von Wasser bin, kann ich gut angeln und mir eine reichliche Anzahl an Fisch sichern. Dazu hab ich indoor Tomaten, Paprika, Gurken und Erdbeeren gepflanzt. Hinzu sollten Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Weisskraut und verschiedene Kräuter meinen Essensbedarf stillen. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war der unfruchtbare Boden auf einer steinigen Insel mit viel Sonne. Die Fressfeinde meiner Pflanzen hatte ich ebenfalls nicht bedacht, der Plan und Material für ein Gewächshaus war jedoch vorhanden. Man muss dazu sagen, dass ich nicht gerade der geduldigste Mensch bin und bei mir immer alles schnell gehen muss. Meine Pflanzen wuchsen und wuchsen, zeigten jedoch erst in der letzten Woche ihre Blüte. Es hätte dennoch nicht vollkommen ausgereicht mich zu ernähren, was mich nicht unbedingt ermutigt hat weiter zu machen und auf Ithaka zu bleiben. Der Entschluss war dann gefasst und ich war eine Erfahrung reicher.

Auf der Suche nach Glück – Griechenland nicht bestanden!

Nach nur drei Monaten musste ich meine Pläne aufgeben, denn Griechenland ist nicht das was ich mir erhofft hatte. Vieles ist dort einfach nicht möglich und zu viele Abstriche wollte ich nicht machen. Als Urlaubsort kann ich Ithaka voll empfehlen, wenn man Ruhe, Strand, Meer und viel Natur sucht. Die Partyinsel ist es jedoch nicht. Ich lasse mich aber von meiner Suche nach Glück nicht davon abhalten, denn die Erfahrung dort war schön und sicherlich spannender als in einem Büro zu sitzen und für die Rente zu arbeiten. Ich habe tolle Menschen kennen gelernt und freue mich schon auf ein Wiedersehen. Wo es mich als nächstes verschlägt, könnt Ihr auf meiner neuen Webseite nachlesen: http://www.aufdersuchenachglueck.de (Die Seite befindet sich noch im Aufbau).

Foto-Touren durch Koeln und Umgebung

Von Deutz-Poll aus kann man die Kranhäuser wunderschön betrachten

Unterwegs durch Köln bei Sonne und Frühlingstemperaturen – ein Fotograf hat ja idealerweise immer die Kamera dabei. Im Kölner Umland finden sich zahlreiche Locations und Motive zum fotografieren. Wenn dabei das Licht noch mitspielt steht einer Foto-Tour nichts im Wege, wobei ich auch bei schlechtem Wetter schon fotografiert habe. Doch mit Sonne und angenehmen Temperaturen macht es einfach viel mehr Spaß. Let´s shoot:

Interessiert an Foto-Touren?

Es gibt nichts schöneres als neue Städte und Kulturen kennen zu lernen. Wer dies mit Fotografie verbindet, findet immer schöne Motive. Wer nicht weit reisen möchte, für den ist die Region Köln, Bonn, Düsseldorf ein Ort voller lohnenswerten Foto-Locations. Von Natur, über Architektur und Street Fotografie, bis hin zu verlassenen Industrieanlagen locken Motive zum Fotografieren ein.  

Ausrüstung

DSLR und diverse Objektive (ein Stativ ist empfehlenswert). Um mobil zu bleiben ist eine leichte Ausrüstung von Vorteil. Lampenstative und Softboxen sind sperrig und stören. Man will schliesslich Gewicht sparen. Ein Body-Schutz für die Kamera kann notfalls vor Regen und Schmutz bewahren. 

Mit der Kamera durch Köln

Je nachdem was man fotografieren möchte, hat man eine Auswahl an Locations, angefangen in der Kölner Altstadt, Deutz, Rodenkirchen, am Fühlinger See und viele mehr. Verlassene Industrie und Marodes gibt es auch wie Sand am Meer, wenn man nicht gerade auf Naturfotos steht. Im Rheinhafen sorgt die Architektur und die besondere Atmosphäre für gute Bilder. Für Langzeitbelichtungen empfiehlt es sich am Flughafen, an Kirmes, vom Tower aus die Kölner Skyline – in Position zu gehen. Mein Tipp: für ausreichend Akkus sorgen!

Der Koch: „Ihre Fotos gefallen mir, Sie haben bestimmt eine gute Kamera!“ Helmut Newton nach dem Essen: „Das Essen war vorzüglich, Sie haben bestimmt gute Töpfe!“ Helmut Newton

 

Update:

Wer die nötige Zeit hat, kann sich eine Foto-Tour quer durch Island leisten. Solche Landschaften sind einzigartig auf der Welt. Einziges Manko ist die Kälte, wobei echte Isländer auch bei 5 Grad in kurzen Hosen rumlaufen. Mit der richtigen Ausrüstung kann man es jedoch aushalten. Auch zu empfehlen sind Länder wie Indien, Vietnam oder Argentinien.


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Street Life in Köln Chorweiler

Fotografien von Octavian Horn

Einblicke von der letzten Foto-Tour durch Köln-Chorweiler (Quelle: Wikipedia), auch bekannt als eines der Ghettos. Der erste Blick auf die riesigen Plattenbau-Siedlungen lässt kurz den Atem still stehen. Man fragt sich ständig wie viele Menschen hier zusammen wohnen. Sind es Tausende oder gar mehr? Dank meiner südländischen Herkunft konnte ich mich unbeschwert frei bewegen und in Ruhe fotografieren. Als ich jedoch die Kamera einschaltete und die ersten Bilder schoss, kamen direkt Fragen von den Anwohnern. Sie sahen keinen Sinn darin, warum ein Kölner Fotograf Ihre Siedlung fotografieren sollte. „Hier gibt es doch nichts…“, war eine davon. Ich versicherte, dass ich die Fotografien ausschliesslich aus eigenem Interesse und nicht etwa für eine Zeitung schiesse. Die Stimmung drohte zu kippen, doch mit freundlichen Worten, ganz nach dem Motto: Der Ton macht die Musik, konnte ich mein Projekt weiter ausführen.

Kurze Einblicke in das Ghetto Leben?

Kurz danach sprach mich ein jüngerer Ausländer an und wollte die Chance nutzen für ein professionelles Foto direkt in seinem „Hood“. Diesen Wunsch konnte ich nur entsprechen. Daraufhin folgten Stories aus dem Viertel sowie kleine Geschichten aus dem Alltag. Man versicherte mir, ich könnte mich hier frei bewegen und einfach den Namen Murat sagen, schon wissen alle Bescheid. Der freundliche Mann war gerade auf dem Weg zu seiner Arbeit, den Ford Werken in Köln-Niehl. Somit wünschte ich eine ruhige Schicht und fokussierte weiter meinen Blick auf die Hochhäuser und den teilweise herunter gekommenen Fassaden. Hier und da sah man Menschen unterschiedlichen Alters von den Balkonen in die Ferne blicken. Ich konnte nicht widerstehen und fing einige Momente davon ein.

Fototour durch den Kölner Norden

Nun zu den Fotos: Street Life in Köln-Chorweiler

Fazit

Chorweiler als Ghetto abzustempeln finde ich persönlich etwas übertrieben. Natürlich herrscht hier große Armut, dafür findet man jedoch eine multikulturelle Gesellschaft vor, die einen freundlich empfängt. Das ist keine Garantie bzw. Tipp, vor allem als Frau nachts hier die Straßen unsicher machen zu wollen. Bei meinem nächsten Besuch widme ich mich den Menschen aus Chorweiler und lasse Sie Ihre Geschichte erzählen. Mein Job ist es daraus eine Bilder Story zu erstellen.

Projekt

Idee und Umsetzung: Octavian Horn
Location: Köln Chorweiler

Kooperation
Habt Ihr eine coole Geschichte, dies es verdient als Bilder-Serie festgehalten zu werden? Schreibt mich einfach an und erzählt mir Eure Story…

Weiterführende Links zu diesem Thema

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Foto Tour durch Köln
Natürliche Hochzeitsfotos von Fotograf Octavian Horn